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Revision der Ortsplanung

Geschätzte Einwohnerinnen und Einwohner

Der Gemeinderat lädt interessierte Personen, Gruppierungen und Parteien ein, sich aktiv am Prozess zur Revision der Ortsplanung zu beteiligen.

Es spielt keine Rolle, ob das Thema Ortsplanung für Sie Neuland ist, oder ob Sie vom Fach sind, ob Sie noch zur Schule gehen oder pensioniert sind, ob Sie stimmberechtigt sind oder nicht, ob Sie Ideen ein­bringen oder die erarbeiteten Zwischenergebnisse beurteilen möchten: Ihre Meinung interessiert uns. Je bunter die Gruppe der Teilnehmenden, umso interessanter sind die Diskussionen.

Informieren Sie sich und diskutieren Sie über den Prozess in diesem Wiki. (Was ist ein Wiki ?)


Gliederung des Wikis

Nützliche Informationen

Warum ist eine Ortsplanungs-Revision nötig?

Am 3. März 2013 hat sich die Schweizer Stimmbevölkerung für die Revision des Raumplanungsgesetzes ausgesprochen. Der Bundesrat hat das revidierte Raumplanungsgesetz auf den 1. Mai 2014 in Kraft gesetzt.

Danach hatten die Kantone fünf Jahre Zeit, um ihre Richtpläne anzupassen. 2017 hat der Bundesrat den Richtplan des Kantons St.Gallen ( Text, Karte ) genehmigt.

Seit dem 1. Oktober 2017 ist im Kanton St.Gallen ausserdem das neue Planungs- und Baugesetz (PBG) in Kraft. Darin sind alle für das Bauen im Kanton St. Gallen wichtigen Bauvorschriften enthalten.

Die Gemeinden müssen nun ihre Planungsinstrumente wie Zonenplan, Schutzverordnung, Richtplan und Baureglement an die neuen Bestimmungen des Bundesrechtes und des kantonalen Rechtes über die Raumplanung anpassen. Dazu haben sie zehn Jahre Zeit.

Das Gesetz verlangt, dass die künftige Siedlungsentwicklung in erster Linie in den bestehenden Bauzonen erfolgt. Dieser Wechsel in den Grundauffassungen der Raumplanung stellt die Planungsbehörden vor anspruchsvolle Aufgaben.


Ihre Kommentare, Anregungen und Fragen zu dieser Seite

Diskussion

anonym, 24/11/2020 08:16, 24/11/2020 10:34

:!: Widnau braucht eine Autobahnausfahrt Nord- und Süd. Somit würde man den Verkehr nach Diepoldsau ein wenig entlasten - zusätzlich wäre das ein Vorteil für die Industrie.

brwe, 29/07/2020 11:39

Namensnennung in Diskussionsbeiträgen:

Die Diskussionsbeiträge im Ortsplanungs-Wiki sind anonym. Um eine Frage zu stellen, einen Vorschlag zu machen oder eine Meinung kundzutun, sind keine persönlichen Angaben nötig.

Bitte nennen Sie auch in Ihrem Beitrag Ihren Namen nicht, denn wir können keine Identitätsprüfung machen, deshalb wären falsche Namensnennungen nicht erkennbar. Ihr Beitrag ist uns auch ohne Namensnennung wichtig. Besten Dank.

anonym, 21/07/2020 13:50, 21/07/2020 14:47

Ich möchte vorerst einige Tatsachen zur Weltlage sagen:

Vor wenigen Tagen zeigte man am TV die prekäre Lage der Insekten. Forschungen in Deutschland zeigen ein düsteres Bild. Schuld sind grosse Verluste an Lebensräumen, wegen Pestiziden und riesige Monokulturen in der Landwirtschaft.

Im Migros-Magazin wird die schwierige Lage der Wale und der Fische in den Weltmeeren erwähnt. Unterwasserlärm und andere Einflüsse verunsichern die Wale, zudem werden die Fische zu intensiv ausgefischt. Plastikmüll und Mikroplastik verschmutzt das Meer.

Die Biodiversität (Naturvielfalt) ist in einem desolaten Zustand. Viele Tiere und Pflanzen setzt man auf „Rote Listen“. Beachten sie meine Feststellung in meinem beiliegenden Leserbrief der ausgemerzten Vogelarten nur von unserem Rheintal. Wir, der Homo sapiens hat das fertiggebracht.

Magerwiesen und Moore haben wir massiv zurückgedrängt und damit spezielle Tiere und Pflanzen zum aussterben oder fast zum aussterben gebracht.

Kürzlich konnte man, auch am TV, das massive Abholzen der Wälder in Rumänien und anderen Staaten beobachten. Mit dem Holz werden zum Teil Billigmöbel, quasi Wegwerfmöbel mit kurzer Lebensdauer hergestellt. Was mit dem Urwald in Brasilien geschieht ist zum Schreien.

Nebst verschiedenen Ursachen sind diese Zustände besonders dem Bevölkerungswachstum zuzuschreiben. Jährlich leben gegen 80 Millionen Menschen mehr auf unserem nicht grösser werdenden Erdball. Ich wünsche mir , dass die Regierungen, die UNO, die Hilfswerke, die Kirchen(Religionen) dieses Wachstum stoppen können. Bravo: Die reine schweizerische Bevölkerung hat 2019 ganz leicht abgenommen. Der Geburtenüberschuss der Ausländer hat aber zu einem weitern Wachstum geführt.

Bitte beachten sie meinen separat per E-Mail zugesendeten Leserbrief https://widnau.org/projekte/lib/exe/fetch.php?media=wiki:projekt_revision_ortsplanung:qualitative_gesundschrumpfung.pdf.

anonym, 27/07/2020 18:15, 28/07/2020 18:11

Dem sehr gut geschilderten, leider wahren Istzustand auf diesem Planeten und der nüchternen und erschreckenden Analyse zu dem Zustand unserer Umwelt ist nichts hinzuzufügen. $Der Inhalt könnte höchstens noch um unzählige Fakten, Berichte und aktuelle Zustände erweitert werden.

Einzig Handeln kann dem unaufhaltsamen Zerfall und letztlich dem Kollaps noch entgegenwirken. Mit der Revision der Ortsplanung ist haben wir es in der Hand, dass Handeln auf lokaler, bestenfalls regionaler Ebene möglich wird. Wenn im Zuge der neuen Ortsplanung die richtigen Entscheide gefällt werden, kann diese Generation, sicher aber die nächste Generation vieles zum Guten wenden.

Der Verlust an Biodiversität ist das eine. Hier gibt es Zahlen und Fakten, die kein Aufschub mehr vertragen. Selbst der Kanton sieht dies als erwiesen an. In seiner Strategie 2018-2025 fest: «Die Sorge um die Zukunft der Naturwerte ist berechtigt». Der Kanton beschloss entsprechende Massnahmen.

  • Attraktive Lebensraumvielfalt durch Sanierung, Förderung Schaffung und Aufwertung
  • Reichhaltige Artenvielfalt durch Erarbeiten und Umsetzen von Förderprogrammen
  • Optimierung des Vollzuges: Überprüfen von Verordnungen und Einleiten von Massnahmen.

Dies Alles muss allerding auch durch die Gemeinden verordnet und umgesetzt werden.

Die Sorge um das Klima ist das andere. Die Schweiz hat sich verpflichtet mitzuhelfen, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Gard zu senken. Hier ist die Besorgnis noch nicht bei Allen angekommen. Wenig bis gar nicht wurde bis heute dem engegengesetzt. Hochwasser wird das wohl am gravierenste Problem unserer nahen Zukunft sein. Dicht gefolgt von Hitzewellen und Dürren, die uns dazu zwingen werden, unseren Lebensstandard, unsere Lebensweis anzupassen, respektiv ungewohnt zu ändern.

Was beide Szenarien und weitere, hier nicht aufgeführten, für Auswirkungen haben werden, lässt sich leider nur erahnen. Darum gilt auch hier, global denken und lokal handeln.

Meine Hoffnung ist, dass sich möglichst viele Widnauer/innen mit diesen Themen auseinandersetzen. Im bevorstehenden Findungsprozess kann sich jederman/frau mit Ideen/Forderungen einbringen und die Chance nutzen, der Gemeindeführung aufzuzeigen, was für uns und unsere nächste Generation wichtig und richtig ist.

Dem Gemeindegremium wünsche ich die nötige Weitsicht, den Mut und den Durchhaltewillen, die nötigen Veränderungen aufzugleisen und umzusetzen.

anonym, 11/07/2020 12:40
Respekt! Diese Art der Bürgerinnenbeteiligung hätte ich mir schon längst gewünscht. Statt der drögen Infoabende mit 20 Nasen. Danke!
anonym, 11/07/2020 14:27, 13/07/2020 11:16
Zwei Kommentare zum Thema "IP-Adressen":

Anonym? Weshalb wird denn die IP Adresse gespeichert? So ist es z.B. über Rhi Seez Net ein Kinderspiel, die Personen herauszufinden. Viele Grüsse vom Datenschützer!

Wie anyonym sind die Beiträge nun wirklich?
Ich erkenne in den Usernamen eine IP Adresse.
Der Datenschützer lässt grüssen ... :-(
brwe, 13/07/2020 18:17
Vielen Dank für Ihren Hinweis!

Es war ungeschickt von uns, die Anzeige der IP-Adresse zu belassen und damit Ängste heraufzubeschwören. Wir haben das geändert.

Die Frage, ob die IP-Adressen Personendaten darstellen, wird in der Literatur seit langem kontrovers diskutiert. Eine IP-Adresse identifiziert ja nur einen Internetanschluss, z.B. einen Haushalt, ein Restaurant oder ein Unternehmen, nicht aber ein einzelnes Familienmitglied, einen Gast oder eine MitarbeiterIn. Ausserdem sind die meisten IP-Adressen dynamisch, weshalb z.B. einem Haushalt nicht immer die gleiche IP-Adresse zugeordnet ist. Diese Daten darf ein Internet Service Provider wie z.B. Rii Seez Net auch nur im Rahmen einer Strafuntersuchung bekannt geben.

Allerdings hat das Bundesgericht in einem Urteil vom 8. September 2010 [[https://www.servat.unibe.ch/dfr/bge/c2136508.html]] festgehalten, dass IP-Adressen unter Umständen als Personendaten im Sinn des (Schweizer) Datenschutzgesetzes zu betrachten sind.

Das bedeutet nun aber nicht, dass die Anzeige der IP-Adresse (wie das in vielen Wikis üblich ist) in jedem Fall eine Verletzung des Datenschutzgesetzes darstellt. Aber in unserem Fall ist es sicher angezeigt, Ihrem Hinweis zu folgen und die Anzeige zu ändern.
anha, 15/07/2020 11:04
Wir versuchen einen neuen Weg zu gehen, um die Einwohnerinnen und Einwohner in die umfangreichen Arbeiten der Ortsplanungsrevision einzubeziehen.

Mit unserem Ortsplanungs-Wiki erhält die Bevölkerung die Möglichkeit, laufend Ideen und Anregungen einzubringen und unsere Vorstellungen und Zielsetzungen für die Ortsplanungsrevision zu kommentieren. Wir freuen uns, wenn auf unserem Ortsplanungs-Wiki ein konstruktiver Informationsaustausch entsteht.
anonym, 14/06/2020 13:01
Gibt es in Widnau schon Strassen mit einer 30-iger Tempobegrenzung - und wenn nein, warum nicht?
anha, 24/06/2020 16:10
Der Gemeinderat hat sich vertieft mit der Einführung von Tempo 30-Zonen auseinander gesetzt. Er hat auch die verkehrstechnischen Rahmenbedingungen und die Erfahrungen in anderen Gemeinden im Kanton St. Gallen ausgewertet. Angesichts der Auflagen, die im Kanton St. Gallen mit der Einrichtung einer 30er-Zone verbunden sind, hat sich der Rat gegen die flächendeckende Einführung solcher Zonen entschieden. Er verfolgt vielmehr die Strategie, an gefährlichen Stellen und Strassen-abschnitten mit punktuellen, massgeschneiderten Massnahmen (z.B. Verengungen) gezielt die Fahrgeschwindigkeit zu reduzieren. Mit der Wahl der richtigen Abstände zwischen den verschiedenen Elementen kann die Geschwindigkeit über längere Distanzen reduziert werden. Dieses System wird in Widnau schon seit Jahren konsequent umgesetzt. Mit Tempomessungen kontrolliert und evaluiert die Gemeinde ihre Massnahmen zur Verkehrsverlangsamung und –verstetigung. Und die Messungen belegen: Die Massnahmen zeigen Erfolg.
anonym, 12/11/2020 19:35, 12/11/2020 20:51

:!: Ich bin der Meinung, dass mit Verengungen leider mehr Gefahr als Entlastung erzeugt wird. Als täglicher Buspendler habe ich an der Verengung Rheinstrasse - Girlen (Haltestelle Girlen) schon haarsträubende Beobachtungen machen müssen. Die Verengungen haben eher den Effekt, dass vor dem Gegenverkehr noch schnell Gas gegeben wird bei oftmals gleichzeitiger Nichtbeachtung eines Fussgängers, der wartend am Zebrastreifen steht.

Ausserdem sehe ich nicht, dass Verengungen die Geschwindigkeit -wiederum auf der Rheinstrasse - nachhaltig zu reduzieren vermag. Dafür sind die Verengungen zuweit auseinander.

Abschliessend ist mir nicht ganz klar, weshalb Widnau in Sachen 30er-Zone einen eigenen Weg beschreiten muss, wo doch die 30er-Zonen in den Nachbargemeinden florieren und auch bei der Bevölkerung beliebt sind, zumal diese Gemeinden die Implementierung solcher Zonen wohl ebenfalls vorgängig sondiert haben - sprich Erfahrungen anderer Gemeinden ausgewertet haben.

anha, 24/11/2020 15:56, 24/11/2020 19:18

:!: Was die Schaffung von Tempo 30 Zonen betrifft, verfolgen wir in Widnau eine andere Strategie als andere Gemeinden. Wir möchten den Verkehr an gefährlichen Stellen mit punktuellen, massgeschneiderten Massnahmen verlangsamen. Diese Lösungen werden in Widnau seit Jahren umgesetzt und haben sich bewährt. Dies zeigen Geschwindigkeitsmessungen oder Unfallstatistiken. Es ist aber kein „Allerheilmittel“. Die von Ihnen angesprochenen, gefährlichen Situationen gibt es tatsächlich. Dies hängt damit zusammen, dass die Verkehrsberuhigungselemente relativ weit auseinander liegen. Im Rahmen der Sanierung der Neugasse prüfen wir den Einbau von einem neuen Verkehrsberuhigungselement, das die Velofahrer/innen gegenüber dem Autofahrer bevorzugen soll. Bei dieser Lösung würden die Velofahrer/innen direkt zwischen Trottoir und Verkehrsberuhigungselement durchfahren. Ein Abdrängen der Velofahrer/innen durch den Autofahrer vor der Verkehrsberuhigung wäre nicht mehr möglich. Eine solche Lösung würde die Sicherheit für die Velofahrer/innen stark verbessern.

anonym, 08/06/2020 23:15
Im detaillierten Analysebericht vom 8.11.2019 wird auf Seite 23 die Prognose gemacht, wonach Widnau bis im Jahr 2040 mit circa 1800 bis 1900 zusätzlichen Einwohnern zu rechnen hat und im Jahr 2017 noch 15,2 Hektaren unbebaute Bauzonenflächen existierten. Deshalb seien zusätzliche Einzonungen in dieser Ortsplanungsrevision nicht vorgesehen.

Vorweg zu sagen, "sei nicht vorgesehen", ist meiner Meinung nach falsch. Wir Widnauer sollten sehr wohl darüber diskutieren. 152`000 Quadratmeter Boden reichen gerade einmal für 300 durchschnittliche Einfamilienhäuser. Viel Boden in Bauzonen wird nicht genutzt. Diese Grundeigentümer gesetzlich zum Verbauen oder Verkaufen zu zwingen, ist zwar gesetzlich möglich, aber fragwürdig. Dazu kommt noch die für einen effizienten Vermietungsmarkt geringe Quote an Leerwohnungen, die optimal etwa 2% betragen sollte.

All das führt nur zu einer Strategie des Abwartens, statt des Handelns. Zusätzliche Zonen sind absolut notwendig und auch an der Zeit. Auch Junge Leute wollen bauen, oder ein Objekt mieten können!
anha, 24/06/2020 15:57, 24/06/2020 16:07
Innenentwicklung ist in Widnau nichts Neues. Seit Jahren verfolgt die Gemeinde erfolgreich diese Strategie des Wachstums innerhalb von klaren Siedlungsgrenzen. Für eine massvolle bauliche Entwicklung in der Gemeinde braucht es nicht zwingend mehr Bauzonenfläche. Ziel ist es, zusätzlichen Bewohnerinnen und Bewohnern im bereits überbauten Gebiet qualitativ hochwertigen Wohnraum anbieten zu können. Das funktioniert, wenn auf den noch nicht bebauten Grundstücken intelligente Wohnkonzepte entwickelt werden. Zur Überbauung gezwungen wird in Widnau niemand. Die Bautätigkeit ist schon heute auf einem sehr hohen Niveau.

Den Traum vom Eigenheim kann man sich - nicht nur in Widnau - nicht mehr so einfach erfüllen wie vor 30 Jahren. Mit der Annahme der Revision des Raumplanungsgesetzes 2013 hat sich die Schweizer Bevölkerung für einen verstärkten Schutz der Landschaft, gegen die Zersiedlung und für eine Konzentration der baulichen Entwicklung auf Orte mit guter öV-Erschliessung ausgesprochen. Das heisst: In erster Priorität soll die Entwicklung innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets gefördert und auf Neueinzonungen verzichtet werden. Dies zum Schutz der Landschaft und um unseren Enkeln auch noch unverbaute Flächen zu überlassen. Diesen Grundsatz gilt es nun auf Gemeindeebene mit Augenmass umzusetzen.

Der Gemeinderat ist überzeugt, mit den vorhandenen Bauzonenreserven auch noch für die nächste Planungsperiode (die nächsten 15 Jahre) genügend Handlungsspielraum zu haben. Schon heute werden mehr als die Hälfte der Bauvorhaben nicht auf der «grünen Wiese» realisiert, sondern es werden bestehende Bauten durch Neubauten ersetzt. Wenn es gelingt, diese stetige Siedlungserneuerung dazu zu nutzen, laufend die Wohn- und damit die Lebensqualität zu verbessern, dann gewinnen alle.
anonym, 27/06/2020 09:58, 27/06/2020 10:26
Theorie und Praxis sind leider nicht immer kongruent! Was ist massvoll? Wer entscheidet darüber? In der Schweiz hat zum Glück das Volk das letzte Wort und nicht die Träger von Amt und Würden. Es mag lobenswert sein, schon heute an die Enkel zu denken, doch sollten dabei die Kinder nicht ausgelassen werden. Es mag in der Theorie auf dem Blatt genügend Raum geben, dessen Nutzung durch die Eigentümer kann aber nicht einfach als Prämisse gesehen werden. Für ein Paar, das in einem Einfamilienhaus wohnt, mag die Lebensqualität stimmen, doch für eine 5-köpfige Familie in einer 4,5-Zimmer-Wohnung sieht die Ausgangslage wohl anders aus. Unsere Vorfahren haben sogenanntes "Übriges Gemeindegebiet" aus gutem Grund konzipiert, nämlich um ihren Kindern und Enkeln Boden für ihr Eigenheim und ihr Gewerbe zu hinterlassen. Der Quadratmeterpreis ist nicht irrelevant. Und zuletzt kann nicht einfach von "grünen Flächen" geredet werden. Eine Differenzierung ist immer klug. Was dient der Artenvielfalt mehr? Ein Haus mit zahlreichen und verschiedenen Bäumen, Sträuchern und Blumen, oder ein Feld, auf dem Mais gepflanzt wird?
anha, 29/06/2020 13:39
Das Volk hat die Rahmenbedingungen für das neue Raumplanungsgesetz angenommen. Der Kanton hat die Vorgaben im neuen Bau- und Planungsgesetz umgesetzt. "Übriges Gemeindegebiet" gibt es nicht mehr. Diese Art der "Reservestellung" ist abgeschafft.
anonym, 01/07/2020 21:51
Das kann so nicht gesagt werden. Das Volk hat die Teilrevision des Raumplanungsgesetzes vom 15. Juni 2012 angenommen. Der Kanton hat die Vorgaben im neuen Planungs- und Baugesetz vom 5. Juli 2016 umgesetzt. "Übriges Gemeindegebiet" gibt es noch und zwar bis auch die Politische Gemeinde Widnau über einen neuen Richt- und Zonenplan entschieden hat. Soweit ich weiss, existieren der Richtplan 2001 und der Zonenplan vom 27. Oktober 1994 mit Nachführungen bis 20. Oktober 2017 noch. Diese Pläne sind sogar gleich hier oben auf dieser Seite unter Dokumente aufgeführt. Ein Blick hinein lohnt sich allemal. Diese Art der "Reservestellung" ist nach kantonalem Recht durch neue Instrumente abgelöst worden. In Art. 7 Abs. 3 lit. a gewährt der Kanton den Gemeinden sogar, die Zonenarten im Rahmen des Erlasses weiter differenzieren zu können. Aber das ist ein kleines terminologisches Detail. Der Sondernutzungsplan ist wesentlicher. Nach innen zu verdichten ist und bleibt die Priorität, das bestreitet wohl kaum jemand, doch Widnau wächst schneller als der Rest der Region. Ein Sondernutzungsplan lehnt sich dem Gesetz nach an die Boden-Auslastung. Für visionäre Köpfe, wie wir Widnauer doch sind, lohnt es sich schon heute, darüber nachzudenken.
anonym, 26/06/2020 09:09
Die Kantone Neuenburg, Freiburg und Wallis haben einen Leitfaden "Siedlungsentwicklung nach innen mit 32 Beispielen für Verdichtung in der Schweiz" vorgestellt, der sich an die Gemeinden und die breite Öffentlichkeit richtet.

Ich finde die Broschüre sehr informativ und anregend, um sich mit der neuen Philosophie der Raumplanung (Verdichtung, Bauen nach innen, Aufwertung) vertraut zu machen.

Quelle: [[https://www.fr.ch/de/raum-planung-und-bau/raum/siedlungsentwicklung-nach-innen]]
anonym, 27/06/2020 08:06, 27/06/2020 09:32
Ich finde auch die Schweizer Plattform für Innenentwicklung und Verdichtung [[https://www.densipedia.ch/]] als Informationsquelle sehr nützlich.
anha, 29/06/2020 13:37
Auch das Amt für Raumentwicklung des Kantons St.Gallen hat eine Broschüre erstellt zum Thema: Siedlungsentwicklung nach innen (https://www.sg.ch/bauen/raumentwicklung/ortsplanung/siedlungsentwicklungnachinnen.html).
anonym, 08/06/2020 14:56
wo finde ich die Definitionen von:
- Sammelstrasse
- Erschliessungsstrasse
anonym, 08/06/2020 19:46
Erschliessungsstrassen werden für Tempo 20, allenfalls für Tempo 30 konzipiert. Die Fahrbahnbreite wird so gewählt, dass der Begegnungsfall von PW - PW ab- gedeckt werden kann.

Sammelstrassen werden in der Regel für Tempo 30 konzipiert. Sammelstrassen werden in der Regel mit einseitigem Trottoir ausgestattet. Die Fahrbahnbreite wird so gewählt, dass der Begegnungsfall von PW - LKW abgedeckt werden kann.

Diese und weitere Definitionen habe ich in der Broschüre "Begegnungsfälle und Fahrbahnbreiten" von "Fussverkehr Schweiz" gefunden. Link: [[https://fussverkehr.ch/wordpress/wp-content/uploads/2018/07/FB_Begegnungsfälle_20170223.pdf]]
anonym, 11/05/2020 12:28, 26/06/2020 11:16
Was kostet dieses Wiki die SteuerzahlerInnen?
brwe, 11/05/2020 12:34
Die Open Source Software "DokuWiki" ist kostenlos und der Server, auf dem sie läuft, war schon vorher in Betrieb.
Die externe Unterstützung erfolgt ehrenamtlich, und der zusätzliche Aufwand für die Moderation der Diskussionen erfolgt im Rahmen des Projekts Ortsplanungsrevision.
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wiki/projekt_revision_ortsplanung/revision_ortsplanung.txt · Zuletzt geändert: 04/12/2020 09:45 von brwe